Traumdarstellung in verschiedenen Medien

Dienstag, 24. Februar 2004, 01:19 Uhr

Dozentin: Silvia Henke

 

Das Träumen selber kann nicht Gegenstand eines Seminars sein, aber die Frage, wie Träume erzählt werden, welches Verhältnis Bild und Sprache in der Traumerzählung eingehen, und welches Medium für die Traumdarstellung am geeignetsten ist: Gemälde? Tagebuch? Gedicht? Surrealistische Kunst und “écriture automati-que”? Comic? Film? Wo und wie überschneiden sich Poesie und Traum, das Traumbild und das Filmbild? Wo und wie gehen Kunst und Wissenschaft in der Exploration des Traums eine Verbindung ein? Ist das sogenannt Virtuelle eine neue Form des Träumens? Diesen Fragen entlang bewegt sich das Studium und die Diskussion von ausgewähltem Bild-, Text- und Filmmaterial, welche individuell, in Gruppen und im Plenum stattfinden.

Erstes Ziel des Seminars ist es zu erkennen, dass die Traumarbeit als psychischer Vorgang in jedem Medium eine andere Darstellung findet – wobei immer Bild und Sprache im produktiven Wettstreit liegen. Dazu ist es wichtig zu verstehen, dass der Traum in seiner primären Gestalt auch ein Medium ist, ein Mittler zwischen zwei Welten, jener des Bewussten und der des Unbewussten. Deshalb wollen wir im Seminar verschiedene Medien unterscheiden und überprüfen, welchen Begriff von Medialität wir jeweils verwenden.

Im Seminar arbeiten wir alternierend mit Vorlesung und Übungen, die in kleinen Gruppen vorbereitet werden. Aktive Mitarbeit ist Voraussetzung. Die Kursunterlagen werden als Kopien zu einzelnen Sitzungen und ergänzend zur Lektüre verteilt.

 

Literaturhinweise:

Novalis, Hyazinth und Rosenblüth (Kopiervorlage)

Unica Zürn, Das Weisse mit dem roten Punkt, Frankfurt/M. U. Berlin 1988.

Djuna Barnes, Nachtgewächs FrankfurtM. 1986 (Bibliothek Suhrkamp).

Sigmund Freud, Die Traumdeutung oder ders., Schriften über Träume und Traumdeutungen, Frankfurt/M. 1994/2000 (Fischer TB).

Ulla Link-Heer/Volker Roloff (Hrsg.) Luis Bunuel, Film, Intermedialität und Moderne, Darmstadt 1994.

Michel Foucault, Einleitung zu Ludwig Binswanger, Traum und Existenz, Berlin 1992.

Filme:

Bunuel: le chien andalou, Belle de jour, le fantôme de la liberté. Hitchock: Spellbound, Vertigo. (werden in Ausschnitten visioniert und besprochen)

 





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