Die Kybernetisierung des Wissens vom Menschen

Sonntag, 27. November 2005, 19:52 Uhr

Workshopzyklus "Kulturgeschichte der Kybernetik", Teil 1

25. und 26. November 2005

 

Bereits in ihren historischen Anfängen hatte die Kybernetik eine humanwissenschaftliche Dimension. Sie definierte sich als neue Einheitswissenschaft, die den Menschen nicht mehr auf seine typologische oder individuelle Eigenart hin befragte, sondern als komplexen Funktionsmechanismus auffasste, der sich nicht prinzipiell von Maschinen unterschied. Zugespitzt formuliert wurde die organizistische durch eine technizistische Sichtweise ersetzt, die sich seit den 1930er Jahren als komplexer Verbund von Neurophysiologie, Nachrichtentechnik und Kriegswissenschaft angebahnt hatte. Zunächst als avantgardistische Bewegung auf einen kleinen Kreis von anglo-amerikanischen plus einigen emigrierten Wissenschaftlern beschränkt, weitete sich die Kybernetik etwa seit Mitte der fünfziger Jahre auch in Europa zu einem wissenschaftlich und gesellschaftlich wirksamen Arbeits-, Ordnungs- und Deutungsinstrument aus, das mit weitgehenden epistemischen, technologischen und sozialen Ansprüchen ausgestattet war. Begriffe wie Steuerung, Rückkopplung, System und Information bürgerten sich ein, egal ob es um Automaten oder Fabriken, biologische Organismen, die menschliche Psyche oder Gesellschaften ging. Sie wurden zu Leitbegriffen einer Epoche.

 

Mehr Infos unter: www.zgw.ethz.ch/veranstaltungen/Kybernetik.html

 





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