„Exploration“ - Schnittstellen und Handlungsanweisungen

Donnerstag, 3. November 2005, 01:54 Uhr

DozentIn: Prof. Christian Hübler / Prof. Yvonne Wilhelm

 

Inhalt

Parallele Experimente und Explorationen?

Man sollte sich über diese speziellen „games“ Gedanken machen, die wir in diesen Zeiten der neuen Medien begonnen haben zu spielen: Durch die Benutzung von miniaturisierten, mobilen Geräten und Computern sind wir umfassend als Bevölkerung zu fleissigen Produzenten von Signalen geworden, die aus allen Bereichen unseres psychischen, sexuellen, politischen, affektiven und Arbeitsleben gesendet werden. Diese Signale unserer Überzeugungen und unserer Begehren werden zu Material für Überwachung, Datenbankeinträgen, Statistiken, die wiederum als Material zur Beeinflussung und Designs unserer Lebenswelten und unseres Verhaltens verwendet werden. „Es wird wichtig zu hinterfragen, Teil welcher Experimente sind wir?“ Brian Holmes

Vor unseren Augen verschwindet die Unterscheidung von Innen- und Aussenwelt der Laboratorien. Unsere Gesellschaft wird zur Experimentalgesellschaft, die Experimente verlassen das Labor. Diese finden innerhalb der gesellschaftlichen Kollektive selbst als quasi soziotechnische Experimente statt, durchgespielt und exekutiert simultan auf realer und virtueller Ebene. Tatsächlich deutet z.B. die Existenz von globalen Ortungsystemen und von großflächig vernetzten Überwachungstechnologien, deren Durchführung im Maßstab 1:1 und in Echtzeit geschieht (Bruno Latour), darauf hin, daß Infrastrukturen, die vormals für einzelne Experimente bestimmt waren, sich so weit ausgedehnt haben, daß sie einer Vielzahl von Praktiken offenstehen. Damit wird nicht nur der Unterschied zwischen Laborexperimenten und Feldversuchen tendenziell aufgehoben. Zugleich entstehen Territorien für andere Wissensformationen, die epistemische und/oder ästhetische Effekte des Neuen hervorbringen.

 

Lernziele

Es werden innerhalb der Säule exemplarisch Projekte und Personen aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft vorgestellt, um deren Handlungs- und Erkenntnismethoden in Beziehung zu bestehenden künstlerischen Strategien zu setzen.

Liegen die Möglichkeiten einer aktuellen künstlerischen Praxis darin, diese gesamtgesellschaftlichen, experimentellen Aggregate und die Regeln ihres Betriebs und ihrer Effekte kritisch und spielerisch zu beleuchten und zu

reflektieren oder liegen sie im Entwerfen von anderen, parallelen Experimenten?

 

Link zum Themenschwerpunkt "Kunst und Politik" und das entsprechende Teilreferat:





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